Zwei Räder weniger

Abendglück

Im Moment bin ich einfach nur zufrieden mit der Maschine.

Freewind im Abendlicht II

Das hat natürlich seine Gründe.

Freewind im Abendlicht

Einer davon kam gestern mit der Post. Kleiner Tipp: Am Samstag sah die Sache noch ganz anders aus...

Kettenschutztrio

...als bei unserer Essenspause ohne Essen im Bergischen drei der Freewinds in unserer Gruppe etwas ins Licht der Nachmittagssonne streckten, was mit Sicherheit nicht als der schönste Kettenschutz aller Zeiten in die Motorradgeschichte eingehen wird.

Im Bergischen

Pflanzenhorizont

Das Bergische Land ist eine schöne Gegend. Das kann ich sagen, weil meine Mutter von daher kommt - mein Vater hat sie gegen Ende der Sechziger in einem unbeobachteten Moment auf den Gepäckträger seines Heinkel-Rollers gebunden und ist mit ihr über den Teutoburger Wald nach Norden geflüchtet (so ähnlich erzählt man es im Familienkreis jedenfalls).

In meinen ach wie glücklichen Jugendjahren habe ich den Landstrich zwischen Wuppertal und Remscheid jedenfalls zwecks Großelternbesuch oft in Augenschein nehmen dürfen - so schöne Ortsnamen wie Schwelm und Radevormwald sind aus der Zeit hängengeblieben.

Jetzt gab es Gelegenheit, nochmal zurückzukommen. Aber nicht auf der Rückbank eines weißen Strichachters. Sondern selbst am Steuer. Beziehungsweise am Lenker: Ein paar Freewindler aus Aachen und Köln luden zu einem kleinen Ausritt.

Freewind vor einem Schloss, das eine Burg ist

Wenn das Bergische Land nicht so heißt, weil es dort bergig ist, dann heißt die Burg auf diesem Bild Schloss. Schloss Burg nämlich.

Der Burghof

So romantisch wie sie ausschaut, kann man glatt vergessen, dass sie nicht echt ist. Sondern erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts aus einer Ruine rekonstruiert.

Das Burgtor hoch!

Einige Kilometer weiter, hinter Dörfern mit so schönen Ortsnamen wie Sonne, Stumpf, Habenichts, Dreibäumen, Hinterhufe, Sülze und Enkeln, liegt ein Stück weit von der Landstraße entfernt auf einer - so nennt man das wohl - Anhöhe eine Art Mahnmal.

Mahnmal - für was?

Zu was es an dieser abgelegenen Stelle mahnen soll, weiß ich nicht. Außer dem Spruch "Gott der Herr segne uns und schütze uns" stand nichts auf dem schlichten Waschbetonbau, auf dem drei weiße Kreuze hoch in den wolkenlosen Himmel ragten.

Himmelskreuz

Dort wurde ich Zeuge eines bizarren Zwischenfalls. Während wir Zweiradmenschen uns die Beine vertraten, näherte sich noch ein Mercedes-Kombi der Hügelkuppe. Der Fahrer parkte hinter unseren Krädern. Ein wenig schräg zur Straße, die als breiter Teerweg vor dem Mahnmal über die frisch gemähte Wiese führte.

Nach einiger Zeit kam ein roter VW Golf mit einem Rentnerehepaar des Weges. Statt mit einem kleinen Schlenker um das Heck des Mercedes' herumzufahren, wie es kurz zuvor noch ein Traktor mit Anhänger getan hatte, wurde der Golf langsamer und hielt schließlich an.

Zuwenig Platz? Und selbst wenn: Das Gelände links und rechts des Teerwegs war flach und frisch gemäht. Trotzdem trat der Mercedesfahrer einen Schritt heran, warf einen Blick auf die Szene und signalisierte dem Golffahrer freundlich: Noch soooo viel Platz, da kommen Sie locker dran vorbei.

Worauf der Rentner die Scheibe herunterfuhr und im Brustton der Rechtschaffenheit aus dem Fenster rief: "Es geht nicht darum, dass ich hier nicht durchfahren kann! Sondern dass das verkehrswidrig ist, was Sie hier machen!"

Verkehrswidriges Halten auf einem Feldweg in der Mitte von Nirgendwo. Der Satz war so absurd, dass es volle ein, zwei Sekunden dauerte, bis das halbe Dutzend Umherstehender in schallendes Gelächter ausbrach. Worauf der empörte Senior nun doch den Schlenker um das Kombiheck machte, Vollgas gab und mit laut quietschenden Reifen von dannen brauste.

Die Laune der Zurückgebliebenen hatte der gute Mann spürbar gehoben. "Dein Motorrad steht da übrigens auch verkehrswidrig", informierte mich ein Mitfahrer. Der Spruch sollte von da an auf dem Rest der Fahrt bei jeder sich bietenden Gelegenheit wiederholt werden.

Wir bestiegen unsere Rösser. Zum Abschied winkte ich dem Mercedesfahrer mit meiner Kamera zu. "Ich zeig Sie an! Ich hab alles auf Film!" Er konterte grinsend: "Wir sprechen uns vor Gericht!"

Nicht lange danach folgte der krönende Abschluss der Tour: die Essenspause. Endlich. Ich war schließlich schon um halb Sieben aufgestanden, jetzt meldete sich der Magen.

Ausgeguckt hatten sich die Tourplaner eine der unzähligen Mühlen (Jörgensmühle, Preyersmühle, Mebusmühle, Markusmühle und so weiter). Zu Essen gab es allerdings nichts, wie uns die liebe Bedienung gleich wissen ließ, "da ist gerade ein Riesenreisegruppe gekommen, die Küche ist total überlastet", aber wenigstens etwas zu gucken:

Hückelhovener Rostsammelstelle

Den Hückelhovener Altmetallsammelverein zum Beispiel.

Drachenkawa

Oder dieses Verspielzeug hier, wer's mag.

Wenn Motorräder Frauen wären, meine kleine Marit wäre trotz ihres norwegischen Namens eine Französin. Schlank, chic, selbstbewusst, mit elegantem bordeauxroten Spaghettiträger-Top, Bubikopf und langen Beinen, etwa 1,75 Meter groß.

Die Kampflesbe

Wenn Motorräder Frauen wären, wäre das hier etwas, das von weniger einfühlsamen Menschen als Kampflesbe bezeichnet wird.

So also war's im Bergischen: Berge, Burgen, Verkehrsüberwacher in zivil und Motorräder im Kostüm. Ich hatte es aus meiner Kinderzeit zwar ein bisschen anders in Erinnerung - aber es war die Reise wert.

Versilbert

Endlich mal wieder eine gute Nachricht. Marit - ach ja, ahem, der Name ist Windy in Norwegen irgendwie zugeflogen - ist wieder heil.

Marit in halbrot...

Und aus der errötenden Schönheit...

...und Marit in vollsilber.

...ist ein echter Silverback geworden. Dank einer freundlichen Mitarbeiterin namens Alex eines Duisburger Moppedschuppens, die heute extra länger im Laden geblieben ist, bis ich da war.

Uni steht ihr doch gut, oder?

Wie war eigentlich der Sonnenuntergang heute? Auch so schön?

Nachtgedanken

Zugegeben. Es war wirklich ein 1 a Sonnenuntergang. Gleißendes Licht und hochrot funkelnde Lohe, um es mit den Worten des Adson von Melk im Namen der Rose zu sagen. Siehe, Dämmerung fiel über den Lousberg, und ehe die Nacht gänzlich hereinbrach, ward Aachen ins goldene Licht der sterbenden Sonne getaucht. Sei's drum. Für mich war es trotzdem ein lausiger Tag.

Gleißendes Licht und funkelnde Lohe

Und das lag nicht an der ersten Hälfte, denn die war produktiv - unsere Internetrallye Netrace geht in die nächste Runde, und das Meeting am Mittag war wie erwartet konstruktiv und angenehm.

Es lag auch nicht an der zweiten Hälfte, denn die bestand im wesentlichen aus zeitintensivem, aber im ganzen doch recht befriedigendem Basteln einer Sonderseite zu eben jenem Netrace. Das Ergebnis ist übrigens in der Donnerstagsausgabe zu bewundern, Seite 16.

Nein, was mir den Tag restlos versauert und die zweite Hälfte in weniger güldenes denn dunkelgraues Licht getaucht hat, war ein heftiger Windstoß gegen 13 Uhr. Noch heftiger als die anderen, die den ganzen Nachmittag lang durch die Stadt fegten.

Dieser eine aber war so stark, dass er es schaffte, im Ostviertel eine geparkte Suzuki XF 650 Freewind umzukippen. Die fiel dann ihrerseits auf die daneben stehende Yamaha XT 600, deren Seitenständer sich wie ein Dolch... ach, seht selbst.

Wundmal

So. Jetzt darf ich mich mit der bekanntermaßen serviceorientierten deutschen Versicherungsbürokratie und den ebenso bekanntermaßen selbstbewussten Ersatzteilpreisen japanischer Zweiradhersteller herumschlagen.

Wie gesagt, der Rest des Tages war in Ordnung. Anscheinend hatte das Wetter zumindest zum Feierabend ein richtig schlechtes Gewissen mir gegenüber, angesichts des Anblicks, mit dem sich dieser Mittwoch aus meinem Leben verabschiedete.

Klickt das Bild (das obere!) ruhig mal an, damit wenigstens Eure Laune sich etwas hebt. Und damit gute Nacht.

[Geschrieben für das AZ/AN-Blog, 13. August 2008]

Wasserspiele

In was für eine trübe Gegend bin ich hier geraten, habe ich in den letzten Tagen oft gedacht. Wenn der Blick aus dem Fenster der Redaktion mal wieder auf einen finsteren Himmel fiel, der seine Schleusen über Aachen geöffnet hatte. Nun ist es nicht so, dass da, wo ich herkomme, nicht auch gelegentlich der eine oder andere Wassertropfen vom Himmel fiele.

Das Casino von Spa

Doch verglichen mit dem Öcher Sommern 2007 und 2008 herrscht in der norddeutschen Tiefebene die reinste Savannendürre - jedenfalls, soweit mich meine Erinnerung nicht täuscht, und warum sollte sie. Gottseidank gab es am Samstag Gelegenheit, zwischen ein paar Platzregen mit einem guten Freund eine Spritztour in die Umgebung zu machen. "Oh Gott, jetzt er war mal wieder in Belgien", werdet Ihr denken. Ihr habt Recht.

Vor dem Casino

Und zwar in Spa.

Die Bäder von Spa

Der edle kleine Kurort im Arondissement Verviers, im Englischen das Synonym für einen Badeort schlechthin (Bad Aachen ist also nur ein Spa von vielen), trug einmal den Spitznamen "Café de l'Europe", wegen der vielen gekrönten Häupter, die sich dort zum Bewässern - oder Begießen - ihrer Wehwehchen trafen.

Ein Hauch von Noblesse weht heute noch durch die Straßen rund um das Casino - die Dichte der Luxuskarossen und überaus schick gekleideter Leute ist ein sichtbarer Beweis.

Wir sind nicht die einzigen Motorradfahrer am Ort...

Wer nicht zu den oberen Zehntausend des alten Kontinents gehört, steuert sein Fortbewegungsmittel selbst und trägt Handschuhe aus derbem Leder statt aus feinster Seide. Für einen Milchkaffee unter Sonnenschirmen reicht der Inhalt des Portemonnaies (in diesem Ambiente ist die alte französische Schreibweise die einzig angemessene) aber noch.

Ardennenlandschaft

Beim nächsten Mal bringen wir etwas mehr Zeit mit. Doch in den schweren Motorradklamotten wird es schnell warm in der - ja, sie ist es wirklich! - Sonne. Lassen wir also die Rösslein etwas traben, die Ardennen wollen erkundet werden.

Schloss Mühlenhof?

Aber halt, was ist das da neben der Straße? Schlösser in Belgien sehen anscheinend immer so aus, als würden Tim, Struppi und Kapitän Haddock dort wohnen.

Blick von der Brücke auf den Wasserfall

Unser zweites Ziel ist der Wasserfall von Coo am Amblève-Fluss.

Ein murmelndes Bächlein, traun fürwahr

Die 15 Meter hohe "Cascade" ist die höchste Belgiens...



...und verleitet dazu, erneut mit der Video-Funktion der Kamera herumzuspielen.

Doppelkaskade mit Regenbogen

Ein Felsen mit Besucherabstieg teilt den Wasserfall in zwei Hälften. Aus ihrer Gischt springt ein Regenbogen.

Zugegeben, der Whisky-Wasserfall im Lysefjord ist ein klein wenig eindrucksvoller. Dafür ist der Anfahrtsweg weiter.

Die zwei Kaskadeure

Die beiden Kaskadeure. (Wer's bei LEO nachschlagen will: Cascadeur bedeutet "Stuntman". Vielleicht, weil sich die ersten von ihnen Wasserfälle hinabstürzen mussten.)

Mit dem Sessellift über die Amblève

Coo ist ein beliebtes Ausflugsziel. Während sich die beiden Gäste aus Aachen an der Aussicht und den überall aufgestellten üppigen Blumenkübeln erfreuen, herrscht auf dem Gelände des Freizeitparks am Flussufer Hochbetrieb. Hunderte von Ausflüglern verteilen sich über Uferpromenaden, Cafés und Flussufer. Ein Sessellift bringt Besucher über die Amblève...

Paraglider

...und über dem Berggipfel kreisen Paraglider am blauen Himmel.

Aus dem den ganzen Tag über nicht ein einziger Tropfen fällt. Geht doch, denke ich. In was für eine schöne Gegend bin ich hier geraten.

[Geschrieben für das AZ/AN-Blog, 9. August 2008]

Zwischenprogramm

Während ich hier meine Klamotten für den Skandinavientrip zusammenpacke, führt Euch doch diesen kleinen Ausflugstipp drüben in Moin Oche zu Gemüte:

In die Ferne schweift der Blick

Wer es noch nicht gelesen hat: Da steht was über die große Drosophila-Gedenkfahrt am Tag der Fruchtfliege (1. Juni).

Ein Licht aufgegangen

Freewind, Ostbelgien, Sommer 2008

Eine XF 650 vor lieblicher ostbelgischer Landschaft. Was fällt uns an dieser Qualitätsenduro aus dem Land der aufgehenden Sonne auf?

...und es ward Licht

Genau, ihr Scheinwerfer strahlt und blinkt im Abendlicht, dass es nur so seine Bewandtnis hat. Und das, obwohl die Leuchteinheit von Nippons Tochter konstruktions(fehler)bedingt üblicherweise inwendig komplett von Kunststoffstaub überzogen ist, der sich im Lauf der Zeit vibrationsbedingt von den Einstellschrauben löst. Man vergleiche die Optik mal mit dem Bild von der Friedrichsfehn-Fahrt vor einer Woche.

Die Seitenhülle

War eine ganz schöne Schrauberei, heute bei Michael in Lontzen. Er hat mir gezeigt, wie man das Lampengehäuse ausbaut und reinigt.

Naked Bike

Alle Seitenverkleidungen müssen runter, ebenso natürlich die Windschutzscheibe. Natürlich ist die Hälfte der Schrauben schon durchgenudelt, natürlich gehen die verhärteten Gummibuchsen dabei zu Bruch.

Bürstengewürge

Reflektor, Birne und Gehäuse waren komplett mit grauem Puder überzogen. Heißes Wasser, ein Spritzer Spüli und eine Bürste sorgten für das oben gezeigte gleißende Blinken. Leider kann man diese Aktion wohl jedes Jahr wiederholen, weil das Ding ständig neu zustaubt.

Unschön, aber immerhin müssen wir jetzt nicht trübäugig nach Schweden aufbrechen. Was im übrigen übermorgen geschehen soll.

Morgenstimmung

Morgens, halb acht in Deutschland. Eine Landstraße im Kreis Düren, irgendwo bei Froitzheim. Letzte Morgennebel liegen über dem Land.

Morgenstimmung im Kreis Düren

Ich bin auf dem Weg nach Wollersheim, meine neue Sitzbank abzuholen. Sie ist höher und breiter gepolstert worden. Nun sitze ich nicht mehr an der Kante der "Kuhle". Es ist ein ganz anderes Gefühl.

Alte und neue Sitzbank

Allmählich ist die Maschine reisefertig. Gestern Abend habe ich noch den fälligen Ölwechsel gemacht, vorgestern die bei Ebay ersteigerten Givi-Kofferträger an die Maschine geschraubt. Jetzt müssen noch Heizgriffe, 12-Volt-Steckdose, Lenkerstrebe, Navi- und Kamerahalter montiert werden. Und der innen zugestaubte Scheinwerfer ist auszubauen, zu reinigen und neu einzustellen.

"auch Raser bremsen irgendwann"

Vor mir liegen mindestens 3.000 Kilometer. Da macht man sich schon Gedanken, ob man das Richtige tut.

Eine Stunde, nachdem ich wieder in Aachen angekommen bin, verunglückt im Kreis Düren ein Motorradfahrer tödlich. Tue ich das Richtige?

Grillfahrt

Endlich ist sie wieder da. Volle drei Wochen hat es gedauert, bis das neue Lenkkopflager für die Freewind geliefert worden ist. Doch das Warten hat sich gelohnt - ich habe jetzt praktisch ein neues Motorrad. Ich bin überrascht, wie spürbar der Unterschied von vorher zu nachher ist, selbst für mich als Neuling.

An der Tankstelle: Reifendruck okay

Ventile einstellen: Vorher kam Windy bei Vollgas nur knapp über 140 Sachen. Laut Werkstattmensch waren die Ventile völlig verstellt, ein Auslassventil saß schon fast fest. Ist wohl in den zehn Lebensjahren der Maschine (47.000 Kilometer) noch nie gemacht worden. Jetzt läuft sie wieder gute 155 km/h. Und die Anspringprobleme sind völlig weg, auch bei heißem Motor. Da hätte ich bei der Eifelfahrt ja fast mal die Batterie leergeorgelt.

Progressive Gabelfedern: Vorher tauchte sie mit ihren originalen Federn (und dem alten Gabelöl) beim Bremsen deutlich ein, was gerade vor Kurven unangenehm war. Ich habe bei Ebay einen Satz progressive Wirth-Federn ersteigert (70 Euro) und das Gabelöl wechseln lassen. Ergebnis: Satte Straßenlage, keinerlei Schwammigkeit mehr, auch Höchstgeschwindigkeit ist bequem längere Zeit fahrbar. Das Federbein ist jetzt ebenfalls auf die härteste Stufe eingestellt, was ein angenehm strammes Fahrwerk gibt.

Lenkkopflager neu: Das alte Lager hatte eine deutliche Mittelrastung, es war denn auch völlig im Eimer. Auf das Neue (45 Euro) musste ich zwar drei Wochen warten, es ist dafür aber auch von bester Güte (der Schrauber warnte vor sehr unterschiedlichen Qualitäten - bei L**** gäbe es schlechte, bei G***** dagegen sehr gute, selbst Suzuki hätte nicht die besten). Jetzt ist das Fahrverhalten wieder spurstabil.

Dazu neue Bremsflüssigkeit und ein neues Kettenkit, und ich habe praktisch ein neues Motorrad. Alles zusammen hat inklusive Teilen etwa 460 Euro gekostet, was ich fair finde.

Am Rastplatz

So bin ich gestern mal ganz spontan von Aachen nach Friedrichsfehn bei Oldenburg gefahren, wo meine Geburtstag habende Schwester mit ihrer Familie lebt. Rund 750 Kilometer und fast acht Stunden Fahrt, Tankstopps inklusive. Um Mitternacht war ich wieder zu Hause. Was soll ich sagen? Es hat richtig Spaß gemacht.

Der Arbeitsplatz des Freewindfahrers

War so eine Art Generalprobe für die geplante Tour nach Schweden und Norwegen in zwei Wochen. Mir tat zwar der Hintern etwas weh, aber insgesamt war alles sehr angenehm. Nur der Spritverbrauch war mit rund 6 Litern auf 100 Kilometer doch ein wenig hoch, finde ich.

Fazit: Fahrwerk super, Bank hart, Scheinwerfer muss repariert werden.

Die Entdeckung der Eifel

Sonntag ist der wärmste Tag des Jahres. Zeit, zum ersten Mal die legendäre Eifel zu erkunden.

8.30 Uhr. Treffen an der Shell-Tanke in Brand. Das verlangt einem bekennenden Langschläfer und Morgenmuffel ja schon mal arg was ab. Hoffentlich ist es das wert.

In der Gruppe geht's dann gemütlich nach Morsbach (liegt hinter Simmerath), wo im Biker's Inn ein Frühstück angesetzt ist. Die Szenekneipe wirbt mit dem Spruch "Ohne Zweifel, wir sind in der Eifel" sowie der Nähe zur Burg Vogelsang, hat Opa da nicht im Krieg so eine Ausbildung gemacht, na, egal.

Blick in den Spiegel: Das Biker's Inn

Was für ein schöner Morgen. Zwar hat das Buffet mit genau 1 Käsesorte, einigen Scheiben Wurst in homöopathischer Dosis sowie Kakao auf ausdrücklichen Wunsch eher Jugendherbergsqualität, aber bei sieben Euro will man nicht kritisch sein. Die Stimmung ist gut und der Blick reicht weit ins Land hinein.

Blick auf den Biker's Parkplatz

Wenn er nicht schon vorher an den abgestellten Maschinen auf dem Biker's Parkplatz hängenbleibt.

Futuristische Aprilia

Wie zum Beispiel an dieser Aprilia Tuono hier. Meine Güte. Trägt man das diese Saison so? Matte Karos? Blaue Felgen?

Voll verkabelt: Moppedfahren is wie wennze fliechst

Überhaupt: Motorradfahren, wie haste dir verändert. "Moppedfah'n is wie wennze fliechst" hieß es mal. Was die Headsets in den Helmen angeht, kann ich das bestätigen. Helikopterpiloten tragen sowas auch.

Moppedfahrer heute: Das Navi im Blick

Der moderne Biker hat den Blick ohnehin fest aufs Navi gerichtet. Wurden vor fünf Jahren in der Pause noch Striche auf Karten gemalt, überträgt man heute GPS-Tracks per Bluetooth. Da setzt man mal zwei, drei Saisons aus und schon ist Spaß am Moppedfahren eine Frage der Dateikompatibilität.

Die Biker Ranch in Simmerath-Strauch

Auf der Hinfahrt habe ich übrigens bei einem Kurzstopp feststellen dürfen, dass noch weitere findige Gastronomen in der Eifel auf zweirädrige Kundschaft setzen - wie die der Biker Ranch in Simmerath-Strauch in der Nähe vom Rursee. Das ist sicher nicht dumm, aber was machen die Leute von Oktober bis März?

Jetzt aber auf in die Eifel. Die Landschaft wird zusehends hügeliger, die Straßen kurviger. Und ich merke, was zwei, drei ausgesetzte Saisons beim flotten Kurvenfahren bedeuten: Ich gehöre zu den langsamsten Fahrern der Gruppe. Und das liegt nicht daran, dass die beiden Freewinds im Feld mit ihren 48 PS auch leistungsmäßig die schwächsten Maschinen sein dürften. Der andere XF-Treiber ist nämlich deutlich flotter unterwegs als ich.

Diese Dörfer sehen alle so gleich aus...

Meistens jedenfalls.

Mit Fotografieren ist natürlich während der Fahrt nicht viel. Was sehr schade ist, denn die Landschaft ist wirklich traumhaft. Auch die Städtchen sind mit reichlich Fachwerk und altem Gemäuer den einen oder anderen Blick wert. Vor allem in Altenahr mit seiner Burgruine hätte ich gerne mal ein paar Bilder gemacht. Ich werde wohl noch ein zweites Mal in die Eifel müssen...

Das Kapellchen von Ahrbrück kauert sich in den Hang

Tankstopp in Ahrweiler, nach rund 200 Kilometern. Romantisch kauert sich das Kapellchen in den Hang über der Ahr. Die Freewind hat sechs Liter auf 100 Kilometer genommen. Was mindestens ein Liter zu viel ist, wie mir die Experten versichern. Woran kann's liegen? Verstellte Ventile?

Kurzer Stopp

Noch eine kleine Pause.

Endlich mal ein bisschen Temperatur

Das eifrige Pumpen am Gasgriff hat immerhin dazu geführt, dass das nachgerüstete Ölthermometer endlich mal sowas wie Temperatur anzeigt.

Zwei Freewinds flankieren eine V-Strom

Die beiden Freewinds flankieren die V-Strom. Also, die könnte mir ja auch gefallen... kostet allerdings auch vier- bis fünfmal so viel wie mein kleines Eintöpfchen. Na, vielleicht in ein paar Jahren.

Während wir uns die Beine vertreten, fetzt ein Sportbiker mit funkensprühenden Kniepads an uns vorbei. Soll er. Ich mache lieber den Bremser, als mich zu überschätzen.

Man endet so schnell als Artikel in der Zeitung (durch Rollesbroich und das Kalltal sind wir übrigens auch gefahren). Und wenn man dann Pech hat, liegt man 20 Stunden an der Straße, ehe man gefunden wird.

Die Eifelstube in Binzenbach

Mittagessen in der Eifelstube in Binzenbach. Mitleidige Blicke zu einigen Stützrad Quadfahrern.

Kaffeepause in Bad Münstereifel

Diverse Serpentinen später gibt es noch einen kurzen Kaffeestopp im schönen Bad Münstereifel. Wirklich schade, dass man während der Fahrt nicht fotografieren kann. Ich muss mir da mal irgendwas ausdenken, Kamerahalter am Lenkrad oder dieses Ding auf dem Tankverschluss. Man könnte ja meinen, wir hätten nur pausiert...

Darf ich meinen Kaffee in Eurer Mikrowelle heiß machen?

...denn auch dieses Bild ist bei einer Pause entstanden. Der letzten des Tages, wieder am Biker's Inn in Morsbach, gegen 18 Uhr. Jungs, darf ich mal meinen Kaffee in einer von euren Mikrowellen heiß machen?

Goldbär

Goldwing mit Goldbär. Nicht von Haribo.

Damit geht der Tag zu Ende. Gegen 19.30 Uhr bin ich wieder in Aachen. Nach irgendetwas zwischen 300 und 400 Kilometern.

Bleibt die Erkenntnis, dass die Freewind ein prima wendiges Maschinchen ist. Das allerdings ein neues Lenkkopflager braucht. Und sein Fahrer noch reichlich Übung.

Der Prophet spricht:

"Wahrlich, ich sage euch: Wenn sie die letzte E-Klasse zum Schrott gebracht haben, werden sie in einem W123 zurückfahren."

Kommentare:

Ach komm...
...wenn Du kaskoversichert bist, ist es ja halb so...
SG (anonym) - 2008/08/14 16:48
Das hätte ich dann...
Das hätte ich dann wieder schon so cool gefunden,...
Tippling - 2008/07/28 12:10
Kondome? ;-)
Kondome? ;-)
Moritz (anonym) - 2008/07/28 12:04
Heyho
Das sehe ich ja jetzt erst, das ist ja bei mir umme...
Leipnizkeks (anonym) - 2008/07/24 04:11
Naja...
Hätte sich der Krieg in Europa noch ein wenig...
SG (anonym) - 2008/07/10 08:24
Gute Reise!
Und viel Spaß in Skandinavien! Gruß /Roma n
Roman (anonym) - 2008/06/10 07:26

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UV Index: 0
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