2007: Runderneuert

Ausklang

Das war's. Die Coupésaison 2007 ist hiermit beendet.

Es hat etwas von Gefängnis, nicht?

Mit fünf Fahr-Monaten war sie eigentlich viel zu kurz. Aber was haben wir alles geschafft!

Die Heckpartie glänzt jetzt wieder in schönstem Moorbraun, Radläufe und Heckblech sind makellos. Der Querträger an der Hinterachse ist entrostet.

Der Motor ist mit neuen 265er-Düsen ausgerüstet, Förderbeginn und Volllastmenge sind an Pflanzenöl angepasst, die Ventile eingstellt. Er wird von einem neuen Anlasser gestartet und treibt über ein neues Fünfganggetriebe und ein neues 3,69er-Differential Hinterräder mit neuen Reifen und neuen Bremsen an. Neu lackierte Radkappen zieren die Räder.

Der Drehzahlmesser geht nach zehn Jahren endlich, eine Druckanzeige am Spritfilter ist eingebaut, der Fahrersitz aufgepolstert und das Beifahrertürschloss repariert.

Die Spur ist eingestellt, beide äußere Spurstangen, beide Hardyscheiben, die Koppelstangen am hinteren Stabilisator, der Kupplungsnehmerzylinder und die 100-A-Battierie sind neu. Motoröl, Differentialöl, Servolenkungsöl sind gewechselt.

Wir haben Christian in Wiesbaden und P.S. samt Forenclique in Seeheim-Jugenheim besucht, bei Wolfi einen dreitägigen Pölumbau gemacht, Roman und Björn in Hamburg gesehen, mit Hauke und den Nordlichtern in Kiel gegrillt, bei Nils in Rödinghausen am Hücker Moor gesessen, bei Christian in Essen geschraubt und - wie wie könnte es anders sein - Siggi in Belm beim Zaubern am Auto zugesehen.

Wir haben neue Freunde und neue Werkstätten in Aachen gefunden, man hat uns Essen aufs Auto gespuckt, wir haben in Brüssel die Youngtimerfahne hochgehalten und sind in Henri-Chapelle nachdenklich geworden, wir haben Lastwagen mit schönen Sprüchen überholt, sind im Dreiländereck noch älterem Metall und in Aachen einem Eichhörnchen begegnet. Wir haben Autos aus Stein und solche aus schlechtem Blech gesehen, uns dem Thema Sex im Auto gewidmet, sind bei Homer Simpson mitgefahren und waren bei Aldi.

Allen, die am Coupé mit é geschraubt haben, bei denen ich pennen durfte, die mir geholfen und mich getröstet haben, wenn die Kiste mal wieder nicht wollte, mit denen ich Bier getrunken habe und durch die Lande gefahren bin - allen, die dazu beigetragen haben, dass 2007 die vielleicht beste Saison der letzten 14 Jahre war: Danke.

Rückrüstung

Erst versucht man jahrelang, die eigene Kiste schöner als ab Werk zu machen. Spielt vielleicht mal mit Spoilern rum, mit Pornofelgen, Holzlenkrädern.

Leder in creme - doch die Stulpe hing stets locker

Aber am Ende geht es, das hat neulich jemand im Forum sehr schön beschrieben, Schritt für Schritt wieder zurück in Richtung original.

Gummi, schwarz - doch die Stulpe sitzt

Ein schwarzer Fünfgang-Schalthebel liegt auch schon hier.

Jahresendreparatur

Noch einmal eine große Werkstattaktion zum Saisonabschluss. Diesmal bei Dirk in Eschweiler.

Da das 3,69er-Differential ab etwa 80 km/h arg jaulte, muss es wieder heraus. An seine Stelle kommt nun das kürzlich aus Hamburg geholte, bei Ebay für *schäm* zehn Euro (inklusive Gelenkwellen) ersteigerte Neue hinein.

Nein, ich habe kein schlechtes Gewissen. Schließlich habe ich auch schon einmal Pech mit einem Ebay-Diff gehabt: Vor über einem Jahr habe ich mal eins ersteigert, von dem sich beim Einbau herausstellte, dass es voll mit schwarzem Fett war. Da das nur aus Geräuschminderungsgründen eingefüllt worden sein konnte, habe ich das Teil damals wegwerfen müssen.

Das neue Differenzial hat sogar Kühlrippen.

Das neue Differential hat sogar Kühlrippen. Spiel hat es nicht. Und das Öl in seinem Inneren ist hell und sauber. Damit das so bleibt, bekommt es eine magnetische Ablassschraube und vorher ungefähr 1,2 Liter neues 75W90 GL4-Öl eingefüllt.

Die Koppelstange verbindet Stabi und Antriebswelle

Und weiter. Da die Hinterachse bei Bodenwellen klonkt und poltert, werden die Koppelstangen (die Verbindungsstücke des Stabilisators mit der Antriebswelle) durch Neuteile ersetzt.

Alte und neue Koppelstange

Die Dinger kosten bei Mercedes Daimler neu 10 Euro pro Stück. Keine große Investition.

Der Querträger hat arg Flugrost angesetzt

Der Querträger (an dem das Differential befestigt ist) hat Rost angesetzt - das haben wir schon neulich in Hamburg festgestellt. Dirk beseitigt den Rost mit der Flexbürste und versiegelt das Ganze wieder.

Die neue Hardyscheibe hinten auf der Kardanwelle

Dann werden die beiden von Wolfi gekauften Hardyscheiben eingebaut. Ich habe mich nach intensivem Herumfragen doch für normale Viergangscheiben entschieden. Die aufwändigeren (und doppelt so teuren) Fünfgangscheiben mit eingegossenen Weichgummilagern sollen viel schneller verschleißen und bei der Hauptuntersuchung ständig moniert werden. "Die Taxifahrer nehmen auch alle Viergangscheiben", sagte Holger H.

Vorweg haben wir einen Ölwechsel gemacht, aber nicht irgendeinen Ölwechsel, neinein, einen echten Deluxe-Ölwechsel mit Motorspülung. Altöl raus, frisches Baumarktöl rein (mein Vater hatte noch ein paar uralte 5-Liter-Kanister in der Garage stehen), Liqui Moly Motorspülung reingekippt, eine Viertelstunde laufen lassen, ablassen, neues Baumarktöl drauf, eine Viertelstunde laufen lassen, ablassen, neues Liqui Moly 10W40 MOS2 Leichtlauföl drauf.

Wider Erwarten - wir alle kennen ja die Horrorgeschichten - tötet die Spülung den Motor nicht sofort. Eher im Gegenteil. Vielleicht bilde ich es mir nur ein, aber der OM 616 scheint danach ruhiger und gleichmäßiger zu laufen.

Blick unter den Panzer der Schildkröte

A propos Öl: Die einzige größere Sache, die jetzt noch offen ist (neben diversen Roststellen), ist der undichte Kurbelwellen-Simmerring. Das austretende Öl hat mittlerweile den ganzen Motorraum versaut und eingesprüht. Wirklich unangenehm.

Aber genug geärgert. Auf zur Probefahrt! Siehe da: Es hat sich gelohnt. Schon auf dem mit Schlaglöchern übersäten Hof rumpelt nichts mehr, auf offener Straße kann man ab 40 km/h in den Dritten schalten und beschleunigen, ab 60 (statt bisher 65) in den Vierten gehen. Die dumpfen Poltergeräusche von hinten sind weg, ebenso das Heulen ab 80 Sachen. Ruhig und gleichmäßig beschleunigt der Wagen, alles wirkt wieder harmonisch und straff. Man kann sogar im dritten Gang um Ecken biegen, ohne schalten zu müssen. Für so ein bisschen Gummi eine erstaunliche Wirkung.

Schade nur, dass wir keine Gelegenheit mehr haben, das Vergnügen auf längeren Strecken zu genießen...

Sparen beim Fahren

Am Samstag heißt es mal: Etwas früher aufstehen, denn der NABU Aachen bietet beim VW-Zentrum an der Trierer Straße ein kostenloses Spritspartraining an. Ich hatte mich schon vor einigen Monaten angemeldet. Sowas kostet nämlich normalerweise viel Geld - 70 bis 80 Euro, habe ich gehört.

Isser nicht schick? Passat TDi, 150 PS oder so...

Das Training funktioniert wie folgt. Diesen prachtvollen Passat TDi mit hundertpaarenfünfzig PS kutschiere ich im Beisein...

Willkommen an Bord: Andre Zaenker korrigiert meinen Fahrstil

...dieses freundlichen Herren einmal eine Runde um's Viertel. Stadtverkehr, ein bisschen Landstraße mit 70 km/h, Gewerbegebiet, Stop & Go. Der Computer an der Windschutzscheibe zeichnet alles auf: Geschwindigkeit, Drehzahl, Verbrauch.

Nach dieser Runde folgt eine zweite, bei der Andre Zaenker - so heißt der freundliche Herr - mir aber ein paar Tipps gibt. Zum Beispiel, nach dem Anrollen im ersten Gang sofort in den zweiten zu schalten. Und beim Ausrollen vor der Ampel den fünften oder sechsten Gang drin zu lassen.

Moderne Autos haben schon ihre Vorteile. Die Funktion der Schubabschaltung ist sogar im Display im Armaturenbrett zu erkennen: "Verbrauch 0,0" zeigt sie an, wenn man mit eingelegtem Gang rollt. Beim Rollen im Leerlauf werden dagagen noch 0,6 bis 0,8 Liter Diesel eingespritzt. Wird der Wagen bei eingelegtem Gang zu langsam, sorgt die Bordelektronik dafür, dass der Motor irgendwann doch wieder mit Sprit versorgt wird. So läuft der Wagen wie ein Automatikfahrzeug niedertourig von alleine vor sich hin, auch wenn der Fuß nicht auf dem Gaspedal liegt. Im 6. Gang lassen sich etwa 50 km/h halten.

...und am Ende die Auswertung am PC

Am Schluss folgt dann die Auswertung am PC. Dabei werden die beiden Spritverbrauchprofile übereinandergelegt und verglichen. Die jeweils 15 bis 16 Minuten langen Fahrten gingen über eine Distanz von rund 8,9 Kilometern. Die durchschnittliche Drehzahl sank von 1422 U/Min in der zweiten Runde auf 1181 U/Min, der Verbrauch von 6,6 auf 5,94 Liter. Immerhin zehn Prozent, obwohl ich schon in der ersten Runde unter dem Drittelmix gelegen habe, den der Hersteller angibt. Anderthalb Kilo CO2 haben wir jedesmal in die Atmosphäre geblasen.

Schade, dass der Moorbraune keine Schubabschaltung hat (mein gestern angemeldeter Wintergolf müsste dagegen schon eine besitzen). Auf der Rückfahrt nach Hause versuche ich trotzdem, das Coupé mit eingelegtem Gang ausrollen zu lassen und behalte dabei die Druckanzeige im Auge. Tatsächlich geht der Zeiger bei Leerlauf zurück, mit eingelegtem Gang dagegen nicht. Also ist der Verbrauch mit Gang auch bei ihm niedriger. Mal gucken, wie sich dieses Wissen im Alltag einsetzen lässt.

Wenn die neuen Hardyscheiben von Wolfi, die gestern ankamen, etwas taugen, dürfte der Wagen sich demnächst ja auch etwas elastischer und niedertouriger fahren lassen. Das derzeitige Gerumpel hält mich von solchen Experimenten eher ab.

Ab durch die Mitte

Das Ende der Saison zeichnet sich ab: Noch sechs Tage, bis das Saisonkennzeichen abgelaufen ist. Bei Dirk Q. in Eschweiler plane ich die letzten Reparaturen (Ölwechsel, Differenzial-Wechsel, Rostbeseitigung, neue Koppelstangen am Stabilisator hinten). Er ist übrigens lustigerweise gerade dabei, den gelben 230.4 aus Limbourg (siehe Beitrag unten) mit Gurten auf der Rückbank nachzurüsten, als ich bei ihm ankomme.

Glänzen tut mein Brauner jetzt auch wieder. Die letzten Reste der über das Auto gespuckten Mahlzeit (das war immerhin schon am 12. September!), auch nach zwei Waschanlagen-Besuchen noch sichtbar, beseitige ich in mehrstündiger Arbeit mit Polierwatte, Nigrin und Fingernägeln. Und zwar im Parkdeck von Kaufland, dem einzigen Ort, wo's nach Feierabend noch Licht gibt. Vor der eigenen Haustür mag ich das nicht machen, die Ostviertel-Kids klauen mir bestimmt die Küchenkrepprolle vom Kofferraumdeckel, sobald ich weggucke.

Ab durch die Mitte: Rückfahrt aus Belgien

Mit dem frisch polierten Wagen düse ich nach Namur, wo ein Treffen des Sprachwettbewerbs der Talenacademie Maastricht stattfindet. Es geht um einen dreisprachigen Schülerwettbewerb mehrerer Tageszeitungen aus der Euregio. Auf der Rückfahrt beneide ich wieder die Belgier um ihre Autobahnbeleuchtung. Um die Fahrbahndecke allerdings nicht, die ist absolut grauenhaft. Der Benz springt über Schlaglöcher und Bruchkanten im Asphalt, dass man sich einen Geländewagen wünschen würde. Auf einem Abschnitt in der Nähe des Flughafens Lüttich bringt die Straßendecke die Reifen so zum Heulen, dass ich - ungelogen - den Himmel nach einem landenden Flieger absuche.

Parkplatzbegegnung 5

Und gleich noch ein Treffen - allmählich kenne ich jeden W123-Fahrer im Großraum Aachen. Mit Franz-Josef aus Baesweiler bin ich nach Feierabend auf dem Firmenparkplatz verabredet. Passt das Taigabeige seines 200 nicht hervorragend zu Moorbraun?

Pralinen auf dem Parkplatz

Ein Paar wie eine Schachtel Pralinen

Ein Paar so appetitlich wie eine Schachtel Pralinen. Lecker. Eigentlich wäre dieser Artikel ein Kandidat für die Rubrik Braun ist das neue Weiß.

Kühle Farbe, da hinterm Kühler

Auch innen: Zeitgenössisches Ambiente vom Feinsten

Wie schön, dass auch W123 in so gar nicht mehr modernen Farben gehegt und gepflegt werden. In derart gutem Zustand haben sie sich auch ihre Eleganz von damals bewahrt - man kann verstehen, warum der Erstbesitzer diese, und nur diese Farbe haben wollte. Wie schlimm wär's doch, wenn nur silberne, goldene und schwarze Wagen überleben würden, weil Riedgrün und Weizengelb heutzutage nicht mehr cool genug sind.

In einem überaus netten Restaurant am Rande des alten Klinikums (den überaus leckeren Artischockenauflauf in Gorgonzolasauce behalten wir mal im Hinterkopf) fabulieren wir über die Vor- und Nachteile des Diesels an sich und Pflanzenöls im besonderen.

Franz-Josef macht mich auch auf eine weitere Museumsbahn in der Nähe aufmerksam: Die Zuid Limburgse Stoomtrein Maatschappij, die auch von Vetschau und Kerkrade nach Valkenburg fährt. Es sind mehrere Dampfloks schwedischer Herkunft und deutsche Dieselloks in Betrieb. Es gibt auch eine deutsche Homepage. Klingt nach einem lohnenden Ausflugsziel.

Und noch ein Nachtrag zum Heckflossenstammtisch am Montag: Die erwähnte Fahrerin des roten 230C heißt Annette und hat auf ihrer Homepage eine Übersicht mit Rallyes und ist mit dem wirklich schicken Wagen sogar selber auf welchen unterwegs:

Foto mit freundlicher Genehmigung der Eigentümerin
Veröffentlichung mit ihrer freundlichen Genehmigung

Könnte eine interessante Freizeitbeschäftigung sein. Hmm...

[Nachtrag: Das Restaurant war das Grevenstein in der Maria-Theresia-Allee 40.]

Neues von der Breslauer Straße

Es gibt Augenblicke, die können einem den ganzen Tag vergolden. Selbst wenn das Weckerklingeln genau im falschen Moment des Traums kam, man sich nur mit Mühe aus den Federn gequält hat, im Radio die falsche Musik lief und das Frühstück viel zu kurz ausfallen musste: Der Morgen kann trotzdem schön werden. Man braucht nur ein Eichhörnchen.

Da lief's lang - ein schnuckeliges Eichkätzchen

So wie heute gegen 9.50 Uhr auf der Breslauer Straße in Aachen-Ost. Zu der Zeit hatte der Morgen trotz des verkorksten Frühstücks schon seinen ersten Glanzpunkt bekommen: durch den strahlend blauen Himmel über der Stadt. Ein paar hundert Meter vor dem Grundstück meines Brötchengebers - rechts bereits am Bildrand zu erkennen - flitzte dann eine Art rotbrauner Strich unmittelbar vor den Lieferwagen, der vor mir fuhr. So etwas macht wach. Ein Eichhörnchen.

Die Breslauer Straße hat vier ziemlich breite Spuren. Die dort geltende Höchstgeschwindigkeit von 70 Stundenkilometern wird von manch moderner Mittelklasselimousine schon einmal großzügig ausgelegt. Für so einen kleinen Nager schon eine lebensgefährliche Angelegenheit.

Um so mehr hat es meine Laune gehoben, dass es der rote Strich gerade noch vor dem großen weißen Transporter von JCDecaux über die Straße und direkt einen der Bäume hinauf geschafft hat.

Und das i-Tüpfelchen auf den Vormittag setzte der Lenker des Lieferwagens, der nämlich für das rasante Pelzträgerchen die Bremslichter aufleuchten ließ. Das macht nämlich auch nicht jeder.

Aus dem Tag kann also doch noch was werden. Schauen wir mal.

[Geschrieben für das AZ/AN-Blog, 14. September 2007]

Rückblende

Neu an Bord im Blog sind jetzt Bilder vom 11. September 2005. Nein, trotz des etwas belasteten Datums sind sie ganz hübsch.

Kleiner Fotohalt an der A1

Und die Frage, die sich beim Betrachten stellt: Standen die Alufelgen damals dem Coupé mit é besser als die Blechradkappen heute?

Aldi_14-Uhr

Ich meine: Optisch sind beide gleich reizvoll. Der dunkle Lack bringt sowohl das matte Silber der Alufelgen, als auch die verchromten Partien der Blechkappen besonders gut zur Geltung.

Aber zum Charakter eines Dieselcoupés passen die gediegeneren Chromkappen etwas besser als die Sportlichkeit signalisierenden Alu-Füchse.

Ab nach Essen

Es gibt sicher bessere Tage, die Millionenstadt Essen zu besuchen, als den der esten Love-Parade dort. Aber es hat sich halt so ergeben. Knubbel weist den Weg:

Knubbel weiß, wo's langgeht

Doch siehe da: So leer hatte ich die Autobahnen gar nicht erwartet. Offenbar hat sich die Bevölkerung der Metropole aus Angst vor entmenschten und zugedröhnten Techno-Horden gar nicht erst vor die Tür gewagt.

Um so ungestörter können wir uns dem Wagen widmen. Der gerissene Krümmer kommt raus...

Ohne Krümmer: Freier Blick auf die Ventile

...und wird durch einen bei Ebay für sechs Euro ersteigerten neuen ersetzt. Der ebenfalls neue Ansaugkrümmer hat den selben Betrag gekostet. Man darf ja auch mal Glück haben.

Neue Krümmer, neue Dichtung, neues Glück

Pech haben wir dagegen mit der leckenden Unterdruckpumpe, weil das Ersatzteil nicht passt.

Die Unterdruckpumpe

Wobei die originelle Vermutung im Raum steht, dass Vakuumpumpen mit zwei Anschlüssen nur bei den wenigen OM616 verbaut wurden, die zwar schon Schlüsselstarter waren, aber noch 65 PS (statt 72) hatten. Kann das jemand betätigen oder widerlegen?

Blick in den leeren Behälter für das Öl der Servolenkung

Anschließend ging es ans Öl der Servolenkung. Das wurde zwar vor einiger Zeit schon einmal teilweise gewechselt, jetzt aber wird es komplett abgesaugt und abgelassen. Bernsteinfarbenes Neuöl und ein neuer Filter (Mann H 85) sollen dafür sorgen, dass der Moorbraune auch in Zukunft ohne die Sonderausstattung "Lenkspiel" über die Straßen düst.

Der Braune nach der Behandlung in Essen

Zum Schluss werden noch die Bremssättel der Vorderräder gängig gemacht und die Beläge mit neuer Kupferpaste eingeschmiert, dann die lose Leerlaufdrehzahl-Regulierung repariert und die Scheinwerfer neu eingestellt. Fertig!

Eine Fahrt nach Essen kann sich auch lohnen, ohne dass man Massen zugedrogter halbnackter Menschen sieht. Naja, vielleicht nächstes Jahr...

Vorfreude

Das Wochenende wirft Schatten voraus. Christian hat angeboten, sich am Samstag mal diverse Gebrechen des Moorbraunen anzusehen. Die nötigen Teile habe ich schon besorgt.

Klimperkram: Dichtungen für Krümmer und Vakuumpumpe

Das wird bestimmt interessant. Und versöhnt mich vielleicht etwas mit der Macke, die eine Wermelskirchener Gartenmauer gestern Abend in der Beifahrertür hinterlassen hat.

Weiteres:

Mal wieder was zu meinem beliebten Thema Hybrid. Opel bastelt an einem Diesel-Hybrid-Corsa, meldet der Spiegel. Dabei hilft der Elektromotor nicht nur beim Anfahren und Beschleunigen, sondern übernimmt auch die Rolle des Anlassers. Was ja nahe liegt - warum sollte man auch zwei Elektromotoren am Hauptaggregat herumwerkeln lassen? 3,75 Liter Verbrauch soll der 75-PS-Corsa so erreichen.

Ich prophezeihe mal, dass Anlasser und Hybrid-Elektromotor in der nächsten Autogeneration miteinander verschmolzen sein werden. Das ist natürlich keine echte Revolution, aber doch ein Schritt zu mehr Effizienz und intelligenter Ressourcenverwertung.

Und hier noch ein paar doppelt dämliche Dänen: Erst schraubten die Jungs bei Tempo 100 das Lenkrad ab, dann stellten sie ein Video von der Aktion ins Netz. Die Polizei hatte keine Probleme, den deutlich erkennbaren Fahrer des Wagens anhand des deutlich erkennbaren Kennzeichens zu identifizieren. (Der Nordschleswiger)

Der Prophet spricht:

"Wahrlich, ich sage euch: Wenn sie die letzte E-Klasse zum Schrott gebracht haben, werden sie in einem W123 zurückfahren."

Kommentare:

Ach komm...
...wenn Du kaskoversichert bist, ist es ja halb so...
SG (anonym) - 2008/08/14 16:48
Das hätte ich dann...
Das hätte ich dann wieder schon so cool gefunden,...
Tippling - 2008/07/28 12:10
Kondome? ;-)
Kondome? ;-)
Moritz (anonym) - 2008/07/28 12:04
Heyho
Das sehe ich ja jetzt erst, das ist ja bei mir umme...
Leipnizkeks (anonym) - 2008/07/24 04:11
Naja...
Hätte sich der Krieg in Europa noch ein wenig...
SG (anonym) - 2008/07/10 08:24
Gute Reise!
Und viel Spaß in Skandinavien! Gruß /Roma n
Roman (anonym) - 2008/06/10 07:26

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